RFID im Bau

Brandschutz ist einer der wichtigsten Bereiche der Gebäudesicherheit mit hohen Anforderungen an die Qualität der wartungsintensiven Einzelelemente. Gerade in komplexen Gebäuden bietet hierzu die RFID-Technologie neue Möglichkeiten. Das Ziel des Forschungsprojektes ist daher die Entwicklung eines „RFID-Wartungs-Leitsystem Brandschutz“ zur Unterstützung der Wegfindung in komplexen Gebäuden für das meist externe Wartungspersonal und zur Qualitätssicherung der Wartungsarbeiten.

Im Rahmen des Brandschutzes wird zwischen vorbeugendem Brandschutz und abwehrendem Brandschutz unterschieden. Abwehrender Brandschutz wird durch Löschmaßnahmen der Feuerwehr realisiert. Der vorbeugende Brandschutz umfasst die bauliche, die anlagentechnische und die betrieblich-organisatorische Sicherheit eines Gebäudes. 

Bei der Erstellung eines Gebäudes wird der vorbeugende Brandschutz geplant und Brandschutzeinrichtungen eingebaut. Diese Anlagen und auch betrieblich-organisatorische Maßnahmen zur Brandverhütung und Evakuierung von Personen müssen regelmäßig überprüft werden. Dies ist sehr arbeitsintensiv und durch die umfassende Auswertung des Planmaterials vor Ort kompliziert durchzuführen. Darüber hinaus werden bei komplexen Gebäuden, wie Produktionshallen der Industrie und Flughäfen, fortwährend Umbauten und Umnutzungen durchgeführt, sodass vorhandene Pläne häufig nicht aktuell sind. 

Aufbauend auf dem „Kontextsensitive RFID-Leitsystem zur Ortung von Einsatzkräften in komplexen Gebäuden“  soll dieses um Methoden der Wegberechnung in Gebäuden und für Wartungszwecke von Brandschutzanlagen erweitert werden.

Für die Wegberechnung ist die Erzeugung von Wegenetzen aus Raumgeometrien erforderlich, auf deren Grundlage mit Hilfe von Kurzwegalgorithmen Wege berechnet werden können. Hierbei sollen Wegenetze mit Wegen erzeugt werden, die eine Wegführung ermöglicht, die dem eingezeichneten Weg bisheriger Laufkarten möglichst nahe kommt.


Erzeugung von Wegenetzen mittels Straight Skeleton

Mittels des „RFID-Wartungs-Leitsystem Brandschutz“ soll eine vollständige, digitale Dokumentation der Wartung und eine Verifizierung der tatsächlichen Anwesenheit der Wartungskräfte vor Ort mittels RFID-Tags sichergestellt werden. Darüber hinaus können ortsunkundige Wartungskräfte, z. B. von Fremdfirmen, auch auf direktem Weg zum Wartungsort mittels Indoor-Navigation geführt werden.