RFID im Bau

Ein durchgängiger, digitaler Datenfluss und die erhöhte Nachhaltigkeit im Datenmanagement sowie die Sicherstellung der Qualität und der Qualitätsdokumentation über alle Lebenszyklen eines Gebäudes sind die übergeordneten Ziele, welche durch den Einsatz der RFID-Technologie gewährleistet werden kann. Um diese Ziele zu erreichen, sind die nachfolgenden einzelnen Teilziele, aufbauend auf die Grundlagenuntersuchungen der Forschungsphase 1 erforderlich:

I) Evaluierung der Grundlagenuntersuchungen

Die Ergebnisse der Forschungsphase 1 wurden zum Teil durch Analysen und theoretische Überlegungen sowie durch praktische Tests in Simulationsräumen entwickelt. Diese Räume ermöglichen die hundertprozentige Reproduzierbarkeit der Versuche und Ergebnisse, was für die Grundlagenforschungen unabdingbar ist. Ziel sollte es nun sein, diese gewonnenen Ergebnisse , wie beispielsweise die Vorgabe der Transpondereinbaustelle, den Speicherbedarf, die Speicherstruktur oder die Beschränkung der Lesentfernung auf 2,00 m zuerst bei der stationären (pseudo-industriellen) Bauteileherstellung und anschließend bei der Baustellenfertigung nachzuweisen und gegebenenfalls anzupassen.

II) Definition und Festlegung von Standards

Die bisherigen Untersuchungen haben gezeigt, dass es eine Reihe von Standards auf dem Gebiet der RFID-Technologie gibt. Diese sind sehr stark geprägt durch deren Anwender, wie dies an Hand des EPC beispielsweise die Logistik und Warenindustrie ist. Deren Anforderungen sind klar gekennzeichnet durch die weltweite Echtzeitverfolgung sowie die lückenlose Dokumentation der Warenbewegung. Damit sind zum Beispiel die Speicheraufteilungen international fest vorgegeben und Speichergrößen aufgrund der Kosten auf ein Minimum begrenzt. Diese Vorgaben sind mit denen, in Phase 1, aufgestellten Forderungen nicht in Übereinstimmung zu bringen, was unweigerlich zu einem bauspezifischen Standard führen muss. Die im Teilziel I nachgewiesenen oder konkretisierten Ergebnisse sind zusammenzufassen und als Vorlage für einen Standard aufzubereiten. Diese Vorlage ist anschließend durch ein zu bildendes Gremium, welches aus den Bereichen der Bauindustrie und der Hard-/Softwareanbieter zusammengesetzt sein muss, in einen Standard zu überführen.

III) Aussagen über die personellen und monetären Auswirkungen

Die Grundlagenuntersuchungen zum Informationsfluss in den einzelnen Gewerken aus der Phase 1, wie beispielsweise dem Ortbetonbau, zeigen eine Reihe von Nutzenpotentialen der RFID-Technologie auf. Diese Einsatzmöglichkeiten und Potenziale, wie etwa das Aufmaß im Durchmarsch oder die dokumentierten Abnahmen, sind aus heutiger Sicht durchaus umsetzbar, was durch die im Teilziel I genannten Pilotprojekte nachgewiesen werden soll. Erst die Anwendung der Technologie in der Produktion ermöglicht es, Aussagen über die personellen und monetären Auswirkungen treffen zu können.

IV) Analyse, Diskussion und Darstellung des Mehrwertes in der Nutzungsphase

In den Grundlagenuntersuchungen konnten Nutzenpotenziale nicht nur für die Bauphase, sondern auch für die Nutzungsphase erarbeitet werden . Diese sind nach Abschluss der Untersuchungen zur Bauphase beim Pilotprojekt Baustelle an ausgewählten Beispielen zu simulieren und somit deren Umsetzung nachzuweisen.

V) Datenstrukturen und Schnittstellen zu vorhandenen Softwareapplikationen

Die Nutzenpotenziale in allen Lebenszyklen eines Gebäudes sind nur umsetzbar, wenn die entsprechenden Softwareapplikationen, wie zum Beispiel CAD, AVA oder FM-Systeme, mit den dezentral abgelegten Daten (Daten im Bauteil auf den Transpondern) umgehen können. Dazu sind in erster Linie entsprechende Schnittstellen verantwortlich. Diese übernehmen die Daten von der Middleware und leiten die aufgearbeiteten Daten an die Software weiter. Der Aufbau der Middleware ist von den Speicherstrukturen auf dem Transponder, respektive den Standards, abhängig. Nach der Festschreibung der Speicherstrukturen im Teilziel II können dann die entsprechenden Datenmodelle einer Middleware sowie den Schnittstellen zu einer Auswahl von verbreiteten Softwareapplikationen erstellt werden.