RFID im Bau

Durch den Einsatz der RFID-Technologie (Radio-Frequency-IDentification-Technologie) werden die Prozesse der Lagerhaltung und Warenwirtschaft sowie der industriellen Herstellung von Gütern seit mehreren Jahren optimiert, wobei die Steigerung der Wirtschaftlichkeit sowie die Steigerung des Qualitätsniveaus die Chancen der Unternehmen im globalisierten Markt deutlich verbesserten.

Im Bauwesen werden solche Systeme partiell eingesetzt. Beispielsweise sind einige große Erdbaumaschinen mit dieser Technologie ausgestattet, um die technische Überwachung der Maschine zu vereinfachen, ein Fehler- und Störungsmanagement auch online durchführen zu können und eine lückenlose Dokumentation des Lebenszyklus einer Maschine automatisch aufzuzeichnen. Die Nutzung zur Optimierung des Gesamtprozesses „Herstellung des Bauwerks“ ist bis heute jedoch noch nicht untersucht worden.

Oft scheitern die Versuche, die RFID Transponder im Bauwesen einzusetzen, an den vorherrschenden Randbedingungen. So sind die Transponder beispielsweise in den meisten Fällen von Stoffen umgeben, welche die Signale dämpfen. Außerdem sind noch keine einheitlichen Standards für die Schnittstelle Transponder-Lesegerät vorhanden, so dass auf dem Mark erhältliche Systeme nicht untereinander austauschbar sind. Weiterhin sind die sehr hohen Entwicklungskosten für solche Insel-Lösungen für ein einzelnes Unternehmen nicht ökonomisch.

Auch andere Systeme setzten sich auf der Baustelle nicht durch. Die hohen mechanischen Beanspruchungen und Verschmutzungen sowie häufige Positionsänderungen sprechen beispielweise gegen den Einsatz der konventionellen Kennzeichnungssysteme wie Barcodes auf der Baustelle.

Erst durch die Entwicklung der RFID-Technologie in den letzten Jahren, vor allem mit Blick auf die Automobilindustrie und den Flugverkehr, ist die Umsetzung im Bauwesen mit den Anforderungen große mechanische Belastung, Verschmutzung oder Abschirmung durch Metall, in greifbare Nähe gerückt.

Das Institut für Baubetriebswesen der TU Dresden verfolgt das Ziel, durch eine Vielzahl inteligenter Bauteile (zum Beispiel Stahlbetonwände, Fertigteile oder Mauerwerkswände), eine dezentrale Informationshaltung zu erreichen. Dazu ist ein Lösungsansatz zum Einsatz der RFID-Technologie im Bauwesen mit dem Ziel einer ganzheitlichen Nutzungsweise erforderlich, in welchem der gesamte Lebenszyklus eines Bauwerkes berücksichtigt wird.

Ziel des Teilprojektes INTELLIBAU im Forschungsbereich „RFID-Technologie im Bauwesen“ ist es, für jede einzelne Lebenszyklusphase, wie Bauwerksplanung, Bauwerksherstellung, Betreiben und Unterhalten sowie Umnutzung, Modernisierung und Sanierung bis hin zum Abbruch, den erwarteten Nutzen auszuarbeiten und zu formulieren. Weiterhin sollen Randbedingungen für den Einsatz dieser Technologie in Bauteilen sowie Anforderungen an die Hard- und Software festgelegt werden.

Die Untersuchungen zu Randbedingungen und Anforderungen sollen in dieser Phase des Projekts schwerpunktmäßig für die Bauwerksherstellung durchgeführt werden, da zu erwarten ist, dass in dieser Phase die höchsten Anforderungen an das System zu stellen sind. Diese Phase unterscheidet sich durch eine große Komplexität und Einzigartigkeit deutlich von den anderen Lebenszyklusphasen. Außerdem erscheint das Optimierungspotenzial durch den Einsatz der RFID-Technologie hier am Größten, da für viele der am Bau beteiligten Unternehmen durch die angestrebte dezentrale Datenhaltung ein direkter und indirekter Nutzen ermöglicht wird.

Eventuelle Schnittstellen zwischen den Teilprojekten Logistik der TU Wuppertal und den bauphysikalischen Anwendungen des Fraunhofer Institutes zum Austausch und Übergabe von Informationen werden in enger Abstimmung untereinander untersucht und zusammengeführt.