RFID im Bau

Das Ziel des Forschungsvorhabens „InWeMo - Integriertes Wertschöpfungsmodell mit RFID in der Bau- und Immobilienwirtschaft“ des Lehr- und Forschungsgebietes (LuF) Baubetrieb und Bauwirtschaft der BU Wuppertal ist die Entwicklung eines anwendungsorientierten Modells zum Einsatz der Radio Frequency Identifikation (RFID) Technologie entlang der Wertschöpfungskette der Bau- und Immobilienwirtschaft über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks, von der Baustoffproduktion über die Bauwerkserstellung und Nutzungsphase bis hin zum Rückbau einer Immobilie.

Innovativer Ansatz ist dabei, eine auf die speziellen Randbedingungen und Bedürfnisse der Bau- und Immobilienwirtschaft angepasste Modellentwicklung zur Informations- und Prozesssteuerung von Planungs-, Bau-, Instandhaltungs- und Rückbaumaßnahmen mit RFID. Auf deren Basis ist in Zusammenarbeit mit den ARGE-Partnern eine technische Lösung zu erarbeiten und exemplarisch zu testen.

Der Forschungsansatz unterscheidet sich von bisher veröffentlichten Arbeiten darin, dass nicht eine einzelne RFID-Applikation im Vordergrund des Projektes steht, sondern in Abstimmung mit den ARGE RFID-Partnern ein anwendungsorientiertes Modell zum Einsatz der Radio Frequency Identifikation Technologie entlang der Wertschöpfungskette der Bau- und Immobilienwirtschaft über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks.

Als prognostizierte Vorteile des Einsatzes von RFID in der Bau- und Immobilienwirtschaft sind zu nennen:

  • Verbesserung interner Produktions-/Logistikprozesse
    (z.B. Verbesserung der internen Kommunikation bei gleichzeitiger Reduzierung des Kommunikationsaufwandes, erleichterte Projektzuordnung von Bau- und Bauhilfsstoffen sowie Baugeräten, Reduzierung des Verwaltungsaufwandes, Rückverfolgbarkeit des Materialflusses vom Baustofflieferanten auch während der Nutzungsphase einer Immobilie, optimale Montagesteuerung)

  • Verbesserung externer Produktions-/Logistikprozesse
    (z.B. verbesserter Informationsaustausch mit Lieferanten und Nachunternehmern, direkte Zuordnung von Produkten zu Projekten, alle Informationen befinden sich auf dem Objekt)

  • Reduzierung nicht-wertschöpfender Tätigkeiten und Prozesse
    (z.B. Verringerung von Warte- und Haltezeiten, Entlastung von schematischen Kontroll- und Verwaltungstätigkeiten)

  • Steigerung der Bauqualität
    (z.B. durch eindeutige Identifikation und lückenlose Rückverfolgbarkeit von Bau- und Bauhilfsstoffen, Rückbau und Recycling können Daten an dem Objekt vorgehalten werden)

  • Verbesserung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes
    (z.B. durch Warnhinweise oder Geräteabschaltung bei Aufenthalt in Gefahrenbereichen, Kontrolle der Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit persönlicher Arbeitsschutzausrüstung, Kopplung der Nutzungsberechtigung von Maschinen an mit Berechtigungen versehene RFID-Tags in Mitarbeiterausweisen)

  • Reduzierung illegaler Beschäftigung
    (z.B. durch automatisierte Zugangskontrollen und Rückverfolgbarkeit von Aufenthaltsort und -zeit)

  • Elektronischer Gebäudepass
    (z.B. Rückverfolgbarkeit eingesetzter Baustoffe (Art, Hersteller, Charge), Prüfung und Zulassung von Bauteilen, Vorhaltung von energetischen Informationen zum Gebäude (Energiepass), hohe Sicherheit durch Datenverschlüsselung)

Nach Abstimmung innerhalb der ARGE RFID liegt das Teilziel des LuF Baubetrieb und Bauwirtschaft in der Optimierung der Material- und Personallogistik in der Bau- und Immobilienwirtschaft.

Für die Verifizierung des im Rahmen der Forschungstätigkeit zu entwickelnden Modells sind RFID-Demonstratoren für die Material-und Personallogistik der Bau- und Immobilienwirtschaft geplant. Abschließend werden die Erfahrungen mit den verschiedenen Demonstratoren aller ARGE-Beteiligten genutzt, um das anwendungsorientierte Modell zum Einsatz der RFID-Technologien entlang der Wertschöpfungskette zu überprüfen.

Eine neue Qualität der Steuerung und Kontrolle der Material-, Personal- und Informationsströme trägt zur Umsetzung der Vision der ARGE „RFID-Technologien im Bauwesen“ bei:

Konstruktionen intelligent machen - Geräte und Materialien kennzeichnen - Kosten senken - Konflikte vermeiden.

Arbeitsabläufe könnten aufgrund der mit RFID erfassten und verarbeitenden Daten effizienter gestaltet werden und wären für die gesamte Wertschöpfungskette vom Baustofflieferanten bis zum Nutzer über den kompletten Lebenszyklus eines Bauwerks vom Planer bis zum Rückbau nutzbar.