RFID im Bau

Dieses Forschungsprojekt ist als Teilarbeitsschritt des Großprojektes ARGE RFID konzipiert und hat als Ziel die Entwicklung eines auch für KMU geeigneten Gesamtkonzeptes zum Einsatz der RFID-Technologie entlang der Wertschöpfungskette in der Bau- und Immobilienwirtschaft. In Abstimmung mit den Partnern der ARGE RFID legt das Lehr- und Forschungsgebiet Baubetrieb und Bauwirtschaft den Fokus auf die Baulogistik.

Dieses Gesamtkonzept soll einerseits einen optimierten, durchgängigen Informationsfluss entlang der Wertschöpfungskette ermöglichen und andererseits die Erfassung, Kontrolle und Steuerung von logistischen Prozessen an den Schnittstellen zwischen den am Bau Beteiligten sowie eine lückenlose Dokumentation liefern. Beispielsweise soll der Informationsaustausch bezüglich der Art einer Ware, dem Zeitpunkt und Ort des Warenein- und -ausgangs durch ein Steuerungssystem ergänzt werden, welches dieser Ware die "Zufahrtsberechtigung" gibt. Die Ergebnisse werden in Form einer transparenten & lückenlosen Dokumentation, z.B. im Bautagebuch festgehalten.

Ein solches Gesamtkonzept zur Baulogistik ermöglicht durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den am Bau Beteiligten u.a. die Einhaltung von Terminen und Qualitäten und reduziert somit Kosten, die Einschränkung illegaler Beschäftigung/Schwarzarbeit, die Verbesserung des Plagiatschutzes, die Erhöhung der Transparenz sowie die Verbesserung der Organisation in der Baubranche (Stichwort "Baukultur") und trägt dazu bei, dass die deutsche Bauwirtschaft den technologischen Anschluss im internationalen Vergleich nicht verliert.

Als erster Arbeitsschritt des Gesamtkonzeptes zur Baulogistik wird derzeit vom Antragsteller im Rahmen der Forschungsinitiative „Zukunft Bau“ das Forschungsprojekt „InWeMo“ bearbeitet. Hierbei wird ein Netzwerkmodell ("Bauserver") entwickelt, welches den optimierten, durchgängigen Informationsaustausch entlang der Wertschöpfungskette ermöglichen und die Basisnetzwerkinfrastruktur für das Gesamtkonzept bilden soll (vgl. Anl. 1 und Ziff. 5, 6). Des Weiteren ist es möglich, dass beliebige Applikationen über standardisierte Schnittstellen auf die im Netzwerk vorgehaltenen Informationen zurückgreifen können (vgl. Anl. 5). Es werden erste Pilotversuche beim Praxispartner durchgeführt.

Um das Gesamtkonzept zu vervollständigen, ist das Ziel des nun beantragten Forschungsvorhabens die Entwicklung eines RFID-Baulogistikleitstands, welcher die o.g. Basisnetzwerkinfrastruktur nutzt (vgl. Anl. 1). Dieses System soll auf einer Analyse logistischer Prozesse im Hinblick auf deren Erfassung, Kontrolle, Steuerbarkeit und Dokumentation an den Schnittstellen der am Bau Beteiligten aufbauen.

Die Ergebnisse des Gesamtkonzeptes werden an der Schnittstelle Zulieferer/Baustelle in Form eines Demonstrators "Bau-Container mit integriertem modularem RFID-Baulogistikleitstand“ aufgezeigt (vgl. Anl. 4). Anders als in vielen anderen Projekten zum Einsatz der RFID-Technologie dient in diesem Projekt nicht das mit RFID-Transponder versehene Objekt als Demonstrator, sondern der "Container" (als eine Lesestation) sowie dessen Einbindung in ein Gesamtsystem. Im Bereich der Personallogistik sind die Module Zutrittskontrolle, Zeiterfassung, Kontrolle der persönlichen Schützausrichtung (PSA), Diebstahlschutz, Maschinenverbuchung etc., im Bereich der Materiallogistik die Erfassung, Kontrolle, Steuerung und Dokumentation der Warenein- und -ausgänge zu nennen. Hierbei wird der Fokus auf für im Bauwesen typische (Mehrweg-) Transportbehälter (z.B. Fertigteilträger), Verpackungseinheiten, große Stückgüter (z.B. Systembaumodule) und Fahrzeuge sowie Baumaschinen, etc. gelegt werden.

Die Bearbeitung des Projektes soll vom regelmäßigen Erfahrungs- und Wissensaustausch mit den Partnern der ARGE RFID profitieren.